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Die Blaskapelle Altmühldorf
wurde im Jahr 1863 von dem Pfarrmesner Josef Still d.Ä. gegründet. Aus
kirchlichen Anfängen erweiterte sich im Laufe der Jahrzehnte diese
Chormusik zu einer Blaskapelle.
Den schwersten Rückschlag in
der stetigen Aufwärtsentwicklung dieses Klangkörpers brachte der Zweite
Weltkrieg mit sich. Nach Kriegsende erfolgte in verhältnismässig kurzer
Zeit ein völliger Neuaufbau. Die wachsende Bedeutung der Blaskapelle aus
Altmühldorf in den sechziger und siebziger Jahren, machte eine Vereinsgründung notwendig. So wurde am 10.
März 1979 der
"Musikverein Blaskapelle Altmühldorf e.V. " offiziell aus der
Taufe gehoben.
Wichtige Daten aus der Geschichte
1863 Erstmals
schriftlich in der Chronik der Stiftung Ecksberg erwähnt, anlässlich
der Einweihung der Kronwidlkapelle am 18.10.1863. So berichtet die
Ecksberger Chronik, dass die Geistlichkeit und viel Volk in einer langen
Prozession von Ecksberg aus zum Kronwidl zog. Nachdem die Gemeinde im
Tal angekommen war, "... stimmte der Celebrans das "Veni
creator spiritus" an, in welches die wohlbesetzte Altmühldorfer
Chormusik,... erhebend einfiel!"
Die Altmühldorfer Chormusik?
Wer war das?
In den Kirchenrechnungen der
Pfarrei St. Laurentius wurde bereits Mitte des vorigen Jahrhunderts, so
z.B. anlässlich des Himmelfahrtsfestes von 1854, von einer eigenen
Gratifikation der Chormusik gesprochen. Fein säuberlich aufgelistet
ist dort zu lesen, was jeder Mitwirkende, sei er Trompeter, Posaunist,
Streicher oder Pauker, für seine Tätigkeit als Chormusikant erhalten
hatte. Selbst der Kalkant, der Blasbalgtreter, war nicht vergessen
worden. Das ist der erste Beweis für das Vorhandensein einer Bläsergruppe. Ein weiterer Beweis
über die Gründung war die mündliche Überlieferung über das Auftreten einer
Bläsergruppe bei der
Fronleichnamsprozession 1861. Deshalb wurde diese Jahr auch zunächst als
Gründungsjahr der Blaskapelle angenommen.
Die offizielle Gründung wurde
später auf das jahr 1863 datiert. Grund hierfür war die Verleihung
der "Pro musica Plakette", welche 1977 angestrebt wurde. Um
diese Plakette zu erlangen, musste eine mindestens 100-jährige
Tradition, belegt durch Archivalien, nachgewiesen werden. Als Glücksfall
darf es deshalb bezeichnet werden, dass es in Ecksberg einen
schreibfreudigen Chronisten gab, der zur oben erwähnten Einweihung der
Kronwidlkapelle die Bläsergruppe zitierte.
Wer rief die Altmühldorfer
Chormusik ins Leben? Wer war der "spiritus rector"?
Zu der Gründungszeit hatte
die Kirchengemeinde St. Laurentius aus Altmühldorf einen
musikbegeisterten Mesner und Chorregenten, Josef Still. Pfarrer Probst
stellte diesem Mann als Lehrer beim kgl. Bezirksamt ein hervorragendes
Zeugnis aus. Er schreibt darin, dass Josef Still eine sehr gute
Schulbildung genossen habe, die er mit Fleiß an der Pfarrschule
fortsetze und dass er ein guter Musiker und Pfarrorganist sowie in
Ecksberg Musiklehrer war.
Ein besonderes Anliegen von Josef Still war,
seine musikpädagogischen Fähigkeiten der Altmühldorfer Jugend zugute
kommen zu lassen. Dadurch konnte er sich seinen Nachwuchs für die
Chormusik selber heranziehen. Er schuf damit eine Tradition, die
Jugendausbildung, welche bis in die heutige Zeit fortwirkt. Die
zuerst kleine Gruppe von Chormusikern wuchs zahlenmässig an und musizierte
dabei nicht nur bei den kirchlichen Anlässen sondern auch zunehmend im
weltlichen Bereich des Dorfes. Der Grundstock für die "Blaskapelle
Altmühldorf e.V." war gelegt!
Den ersten herben Rückschlag
erlitt die Musikkapelle mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges, als der
damalige Leiter Josef Still d.J. zu den Waffen gerufen wurde. In der
Nachkriegsgeschichte war es Paul Dresl zu verdanken, dass die
Musikkapelle in der Inflationszeit nach und nach wieder Bedeutung
erlangte. Zu dieser Zeit taucht auch schon der Name Josef Baumgartner
auf, der später fast drei Jahrzehnte die Leitung der Musikkapelle hatte
und sie stark prägt.
1936 übernahm er dann die Leitung der Musikkapelle,
obwohl sich schon das Unheil des II. Weltkrieges anbahnte. Der
"totale Krieg" forderte von 1939 - 1945 auch den letzten Mann
der Altmühldorfer Blaskapelle und bedeutete den absoluten Nullpunkt.
Dass das musikalische Leben im Ort nicht ganz erlosch, ist wiederum
Josef Still d.J. zu verdanken, der aufgrund seines hohen Alters nicht
mehr zur Wehrmacht eingezogen wurde. Mit seiner immer noch vorhandenen
Musikbegeisterung verstand er es, einige junge, nicht wehrfähige
Burschen um sich zu scharen und erteilte ihnen wieder Musikunterricht. Mit
diesem Nachwuchs konnte schliesslich Josef Baumgartner nach dem
Zusammenbruch des "1000-jährigen" Reiches den Neuaufbau
der Altmühldorfer Musikkapelle wagen. Aus altersgründen übergab 1962
Josef Baumgartner den Taktstock an Fritz Waldinger, der tatkräftig von
Karl Kraus als Ausbildungsleiter unterstützt wurde. Organisation
und Planung der Vereinsgeschäfte übernahm der ideenreiche
Schlagzeuger Alois Wilhelm sen.. Ihm ist es auch zu verdanken, dass nach
und nach eine einheitliche Tracht angeschafft wurde.
Mit Unterstützung der damals
noch selbständigen Gemeinde Altmühldorf, konnte die Tradition der
Jugendausbildung forciert werden. Als Ausbilder konnte der
Berufsmusiker Christoph Feuerer gewonnen werden.
Wirtschaftliche, vermögensrechtliche und steuerrechtliche Fragen
führten am 10. März 1979
zur notwendig gewordenen Vereinsgründung. Die gewählte
Vorstandschaft setzte sich zusammen aus:
1. Vorstand Alois Wilhelm
sen.; 2. Vorstand Gottfried Kirmeier sen.; Kassier Johann Dresl;
Schriftführerin Anneliese Haas; Dirigent Fritz Waldinger sen.;
Jugendvertreter Franz Reichenberger; Beisitzer Martin Wieser, Andreas
Huber und Willi Hintner.
Weitere Meilensteine in der
Geschichte der Blaskapelle Altmühldorf
1976 Kapellenwettstreit
in der Olympiahalle
1978 Auszeichnung
mit der Landkreismedaille
1978 Verleihung
der Plakette "Pro musica" durch Bundesprdsident Walter Scheel
1979
Gründung des Musikvereins "Blaskapelle
Altmühldorf e.V."
1982/88
Romreise und Empfang durch Josef Kardinal Ratzinger im Vatikan
1986/92
Teilnahme an der Steubenparade in New York
1993
Gründungsfest "130 Jahre Blaskapelle
Altmühldorf"
Aufnahme
der ersten CD/MC anlässlich der 130-Jahrfeier
1994 1.
Fernsehauftritt in Peter Steiners "Heimatmelodien"
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